Der Kograben

In der zwei­ten Bau­pha­se wur­de der Ko­gra­ben (dä­nisch: Ko­vir­ke) an­ge­legt. Die­ser be­fin­det sich etwa 2 km süd­lich des Da­ne­werks und ist dem Haupt­wall vor­ge­la­gert. Er er­streck­te sich auf ei­ner Län­ge von, je nach Quel­le, 6,5 bis 7,6 oder gar 9 km von der Rhei­der Au bei Kur­burg bis an die Süd­spit­ze des Sel­ker Noors an der Schlei und ist schnur­ge­ra­de, eine früh­zeit­li­che, ar­chi­tek­to­ni­sche Meis­ter­leis­tung. Ur­sprüng­lich be­stand die An­la­ge aus ei­nem 2 m ho­hen und 7 bis 8 m brei­ten Erd­wall, dem ein etwa 4 m brei­ter und 3 m tie­fer Spitz­gra­ben vor­ge­la­gert war. Auf der Sei­te zum Gra­ben hin war die Bö­schung des Walls mit ei­ner Holz­pa­li­sa­de ver­se­hen, die durch schrä­ge Stütz­pfei­ler ge­si­chert wurde.

Nach neue­ren ar­chäo­lo­gi­schen Un­ter­su­chun­gen mit­tels Ra­dio­koh­len­stoff­da­tie­rung ist die Ent­ste­hung des Ko­gra­bens um 800 mög­lich. Da­bei wird er mit dem Göt­triks­wall gleich­ge­setzt, wel­cher im Jah­re 808 vom dä­ni­schen Wi­kin­ger­kö­nig Gud­f­red auf­grund krie­ge­ri­scher Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen den Wi­kin­gern und den Fran­ken un­ter Karl dem Gro­ßen an­ge­legt wur­de. Gud­f­red, auch Göt­trik ge­nannt, re­gier­te von 804 bis zu sei­ner Er­mord­nung 810 von Hait­ha­bu aus. Da die spe­zi­el­le Pa­li­sa­den­tech­nik je­doch der Bau­wei­se äh­nelt, die erst um 980 beim Bau dä­ni­scher Ring­bur­gen an­ge­wandt wur­de, ist die ge­naue Bau­zeit nur schwer rich­tig zu da­tie­ren. Da­durch kann auch kei­ne kla­re Aus­sa­ge über den Auf­trag­ge­ber des Baus ge­ge­ben werden.

Der Ko­gra­ben als Schifffahrtsweg?

Der Ko­gra­ben war mög­li­cher­wei­se Teil des Schiff­fahrt­we­ges zwi­schen Nord­see und Ost­see. Da die Jüt­land-Um­schif­fung als ge­fähr­lich galt, könn­te für die Schiff­fahrt die Rou­te über Ei­der – Tree­ne – Rhei­der Au – Schlei ge­nutzt wor­den sein. Auch be­steht die Mög­lich­keit, dass die Schif­fe ab dem Sel­ker Noor etwa ei­nen Ki­lo­me­ter auf dem Tro­cke­nen ge­zo­gen wur­den, um auf dem wei­te­ren Weg bis zur Rhei­der Au den da­mals was­ser­füh­ren­den Ko­gra­ben zu nut­zen. Dazu muss­te ein Hö­hen­un­ter­schied von 25 m be­wäl­tigt wer­den. Wei­ter­hin könn­te der Ko­gra­ben eine Schutz­funk­ti­on für den Han­dels­platz Hait­ha­bu aus­ge­übt haben.

Er­hal­tungs­grad

Der Ko­gra­ben ist nicht mehr voll­stän­dig er­hal­ten, son­dern stel­len­wei­se un­ter­bro­chen. Ein nicht ganz 2 km lan­ges Stück ist zwi­schen der K30/​Rheider Weg und dem Och­sen­weg er­hal­ten. Ab der A7 ist der Ko­gra­ben noch bis zur süd­li­chen Spit­ze des Sel­ker Noors aus­zu­ma­chen. Gra­bun­gen zu­fol­ge setz­te sich die Be­fes­ti­gung einst bis zur Tree­ne west­lich von Hol­lings­tedt fort und war da­mit so­gar etwa 9 km lang. Heu­te ver­liert sich die Wall­an­la­ge in der Ge­gend des Ortes.

Kurzer Kograben

Etwa 300 m wei­ter süd­lich vor der Rhei­der Au war dem Ko­gra­ben einst der Klei­ne oder Kur­ze Ko­gra­ben vor­ge­la­gert. Der Kur­ze Ko­gra­ben wur­de ver­mut­lich be­reits vor dem Ko­gra­ben er­rich­tet. Er soll etwa 2 m tief und 7,5 m breit ge­we­sen sein. Sei­ne spär­li­chen Über­res­te wur­den 1841 ent­deckt. Er er­streck­te sich über eine Län­ge von 700 m und wur­de beim Bau des Flug­plat­zes 1936 voll­stän­dig eingeebnet.