Der Krummwall

Der Krumm­wall wur­de auf ei­ner Län­ge von etwa 6,5 km er­rich­tet und ver­band den süd­west­li­chen Teil des Haupt­wal­les mit Hol­lings­tedt. Er gilt als die di­rek­te Fort­set­zung des Haupt­walls un­mit­tel­bar an der Schan­ze 19, stellt je­doch kei­ne bau­li­che Ein­heit in sich dar. So war der Krumm­wall vor­mals teils mit, teils ohne Pa­li­sa­den­wall er­schaf­fen wor­den. An ver­schie­de­nen Stel­len konn­ten bis zu drei Bau­pha­sen nach­ge­wie­sen werden.

Der bis zu 2,5 m hohe Krumm­wall ist heu­te nicht mehr kom­plett er­hal­ten. Weg­durch­schnit­te oder Ein­eb­nun­gen kenn­zeich­nen den Ge­samt­ver­lauf. Wall­res­te ha­ben sich auf je­nen Flä­chen er­hal­ten, die auf­grund von moo­ri­gem Un­ter­grund in Ver­bin­dung mit ho­hem Grund­was­ser­stand für den Acker­bau un­ge­eig­net sind. Die Be­zeich­nung „Krumm­wall“ geht ver­mut­lich auf sei­ne kur­vi­ge, nicht ge­rad­li­ni­ge Aus­füh­rung zu­rück. Be­reits im 17. Jahr­hun­dert wur­de er als „Krumb­wal“ bezeichnet.

Ende des Krummwalls

Die Wall­an­la­ge des Krumm­walls ist bis zur Ort­schaft Mor­gen­stern recht gut er­forscht. Noch nicht ein­deu­tig er­wie­sen ist, ob der Krumm­wall bis zur Tree­ne in Hol­lings­tedt aus­ge­baut wor­den war. Mög­li­cher­wei­se en­de­te er be­reits öst­lich der Ge­höft­grup­pe Mat­zen­kamp in den Wie­sen auf dem Flur­stück Acht­er­wall. Dort ist der Wall etwa 20 m breit und es konn­ten drei Bau­pha­sen fest­ge­stellt werden.

Die in his­to­ri­schen­Quel­len nie­der­ge­schrie­be­nen Aus­sa­gen über den Aus­bau des Krumm­walls bis Hol­lings­tedt ge­hen auf jahr­hun­der­te­lang münd­lich über­lie­fer­te Be­rich­te der Be­völ­ke­rung zu­rück. Als äl­tes­te schrift­li­che Quel­le dazu ist eine Schrift vom Hu­su­mer Cas­par Danck­werth be­kannt, wel­cher 1652 die „Newe Lan­des­be­schrei­bung der zwey Her­zogt­hü­mer Schles­wich und Hol­stein zusambt vie­len da­beij ge­hö­ri­gen Ne­wen Land­kar­ten“ ver­öf­fent­lich­te und eben je­nen Aus­bau des Krumm­walls bis zur Tree­ne in Hol­lings­tedt beschrieb.

Hol­lings­tedts Umwallung

Schon um 1641 wur­de Hol­lings­tedt auf meh­re­ren Kar­ten mit ei­ner Um­wal­lung dar­ge­stellt, wo­bei die For­schung noch kei­nen de­fi­ni­ti­ven Nach­weis für die­sen Aus­bau er­brin­gen konn­te. Ein mög­li­cher Grund könn­te sein, dass, wie eben­falls in Danck­werths his­to­ri­scher Quel­le über­lie­fert ist, das Wall­stück schon im Mit­tel­al­ter wie­der ab­ge­tra­gen wur­de, um den Wall­gra­ben auf­zu­fül­len. Die­se Aus­sa­ge wird in ei­ner Be­schrei­bung aus dem frü­hen­den 18. Jahr­hun­dert wiederholt.

In der Wi­kin­ger­zeit war Hol­lings­tedt der Nord­see­ha­fen von Hait­ha­bu, im spä­te­ren Mit­tel­al­ter der von Schles­wig. Im Lau­fe der Jahr­hun­der­te ver­än­der­te sich die Land­schaft durch na­tür­li­che Ein­flüs­se und mensch­li­che Ein­grif­fe. So lässt sich er­klä­ren, dass die noch bis ins Hoch­mit­tel­al­ter bis Hol­lings­tedt schiff­ba­re Tree­ne heu­te teils ver­lan­det, teils als Au­en­land­schaft er­hal­ten ist. Mög­li­cher­wei­se war Hol­lings­tedt als wich­ti­ger Um­schlag­platz für den Ost-West-Han­del eben­so in das Ver­tei­di­gungs­sys­tem des Da­ne­werks ein­be­zo­gen wie Haithabu.

Hol­lings­tedt ist ge­wach­sen und dem­entspre­chend über­baut wor­den. West­lich von Schlott ist eine leich­te Bo­den­er­he­bung er­kenn­bar, die in ei­nen Feld­weg über­geht und am Tree­ne-Deich en­det. Ex­per­ten ver­mu­ten, es han­de­le sich hier­bei um den süd­li­chen Arm der Um­wal­lung Hol­lings­tedts und da­mit die Fort­set­zung des Krumm­walls. Be­reits 1841 wur­de fest­ge­stellt, dass meh­re­re Häu­ser auf dem nach Nor­den füh­ren­den ab­ge­flach­ten Wall stün­den, der nörd­lich vom Ort am Wie­sen­weg en­det. Hier könn­te ein An­zei­chen für den nörd­li­chen Arm der Hol­lings­tedt-Um­wal­lung vor­lie­gen. Was dem­nach noch aus­steht, ist eine um­fas­sen­de Un­ter­su­chung die­ser we­ni­ger als ei­nen hal­ben Me­ter ho­hen Erhebungen.

Nordwall

Der Nord­wall wur­de um 1720 er­wähnt und ist erst­mals 1757 auf ei­ner Kar­te zu fin­den. 1842 wur­de er in ein­schlä­gi­ger Li­te­ra­tur auch als Al­ter Wall be­zeich­net. Einst auf ei­ner Län­ge von etwa 1.600 m an­ge­legt, ist er heu­te nur noch über rund 700 m vor­han­den und stark ver­flacht. Der Nord­wall ver­lief fast ge­ra­de vom Westende der Schlei bis zum ver­lan­de­ten Da­ne­wer­ker See. Noch recht gut aus­zu­ma­chen ist der Nord­wall auf bei­den Sei­ten der Stra­ße Holzred­der in Schles­wig auf ei­ner Weide.

Aus­gra­bun­gen fan­den in den frü­hen 1930er und wie­der­holt in den zei­ti­gen 1970er Jah­ren statt. Da­bei wur­de re­kon­stru­iert, dass der Nord­wall ur­sprüng­lich zwi­schen 14 und 15 m breit war. Zum Teil war der Wall mit Holz­pfos­ten an der Front­sei­te ver­stärkt und im Be­reich des Pul­ver­holz­ba­ches mit ei­nem mas­si­ven Rah­men­werk aus Ei­chen­holz. Da­vor lag ein 3 m brei­ter Ab­satz und wie­der­um da­vor ein 5 m brei­ter und 3 m tie­fer Wehr­gra­ben. An­hand dend­ro­chro­no­lo­gi­scher Un­ter­su­chun­gen konn­te eine Ent­ste­hungs­zeit um 737 be­stimmt werden.

Osterwall

Ei­ni­ge Ki­lo­me­ter ent­fernt nahe Eckern­för­de be­fand sich der Os­ter­wall (dä­nisch: Øs­ter­vold), der mit dem ei­gent­li­chen Da­ne­werk in kei­ner di­rek­ten bau­li­chen Ver­bin­dung stand. Der Os­ter­wall bil­de­te den öst­li­chen Teil der gi­gan­ti­schen Schutz­an­la­ge. Die­ser Ab­schnitt, vom Da­ne­werk räum­lich ge­trennt, wur­de nach der Wi­kin­ger­zeit al­ler­dings nicht wei­ter aus­ge­baut und ist heu­te nur noch stel­len­wei­se und ex­trem ab­ge­flacht zu erkennen.

In der Nähe des Os­ter­walls konn­ten sechs wei­te­re Kurz­wäl­le aus­ge­macht wer­den. Die­se sind teil­wei­se nur noch durch Luft­auf­nah­men zu er­ken­nen. Ihre Funk­ti­on so­wie eine even­tu­el­le Ver­bin­dung zum Os­ter­wall konn­ten bis­lang nicht er­forscht werden.

Die Ent­ste­hungs­zeit des Ost­walls, wie er auch ge­nannt wird, wird um das Jahr 737 ver­mu­tet. Er er­streck­te sich über eine Land­stel­le von gut 3,4 km und reich­te vom Win­de­by­er Noor im Os­ten zur Gro­ßen Brei­te der Schlei im Wes­ten und dien­te der Si­che­rung der Halb­in­sel Schwan­sen. Einst war er bis zu 3,5 m hoch und bis zu 7,5 m breit. Der Wall wird von ei­nem Hohl­weg ge­quert, der äl­ter als der Wall ist.

Weitere Wälle

Al­ter Wall auf Reesholm

Auf der Halb­in­sel Ree­s­holm war mit dem 270 m lan­gen Al­ten Wall ein wei­te­rer Wall mit Schutz­funk­ti­on vor­han­den. Er si­cher­te eine Furt bei Stexwig.

Stum­mes Werk

Eine ers­te Ein­tra­gung des etwa 860 m lan­gen Stum­men Werks auf ei­ner Kar­te er­folg­te 1757. Es trifft im Wes­ten auf den heu­te tro­cke­nen Dan­ne­wer­ker See und wird im Os­ten vom Nord­wall auf­ge­nom­men. Der noch un­da­tier­te Bau wur­de so aus­ge­rich­tet, dass er zum Schutz ge­gen An­grif­fe aus Rich­tung Nor­den dien­te. Heu­te ist das Stum­me Werk sehr stark ver­schleift und da­durch schwer auszumachen.

Wäl­le im Thier­gar­ten von Schleswig

Im be­wal­de­ten ehe­ma­li­gen Thier­gar­ten von Schloss Got­torf in Schles­wig be­fin­den sich zwei Wall­zü­ge, die bis­lang noch un­da­tiert und nicht kon­kret zu­or­den­bar sind. Sie sind je­weils etwa 400 m lang und ver­fü­gen über nach Wes­ten vor­ge­la­ger­te Gräben.