Der Ochsenweg

Da der Ab­stand zwi­schen Nord­see und Ost­see im Be­reich der Schles­wig­schen Land­enge am kür­zes­ten war, wur­den Han­del und Ver­kehr über die Halb­in­sel ge­führt. Das Da­ne­werk über­nahm auch hier­für eine Schutz­funk­ti­on. Es be­saß, wie zu­nächst an­ge­nom­men wur­de, le­dig­lich ein Tor, das Wiegles­dor, durch wel­ches der Grenz­ver­kehr über den Och­sen­weg, des­sen dä­ni­scher Name Hær­vejen (deutsch: Heer­weg) lau­tet, führ­te. Ent­ge­gen dem dä­ni­schen Na­men wur­de der Weg nur sel­ten als Marsch­rou­te ge­nutzt. Viel­mehr wur­de dar­über der Vieh­han­del ab­ge­wi­ckelt, wor­aus der deut­sche Name resultiert.

Zur Ab­kür­zung wur­de der Heer- bzw. Och­sen­weg spä­ter et­was in öst­li­che Rich­tung ver­legt. Die kom­plet­te Rou­te des Och­sen­we­ges führ­te von Vi­borg in Dä­ne­mark nach Ham­burg bzw. We­del. Heu­te ist der Och­sen­weg im Be­reich des Da­ne­werks ein Stück iden­tisch mit ei­ner Stra­ße, die am Gast­hof Ro­then­krug vor­über­führt. Haupt­säch­lich bie­tet sich je­doch das Bild ei­nes brei­te­ren Feld- und Wie­sen­we­ges, der teil­wei­se durch die An­la­ge des Flug­plat­zes Ja­gel zer­stört wur­de. Nahe der Tweebar­gen sind an ei­nem klei­nen Park­platz über­manns­gro­ße Och­sen­hör­ner zu finden.

Das Wieglesdor

Das Wiegles­dor wur­de einst als die ein­zi­ge Pas­sa­ge durch das Da­ne­werk dar­ge­stellt und dien­te vor al­lem der Ab­wick­lung des Grenz­ver­kehrs. Wei­te­re ur­kund­li­che Be­zeich­nun­gen wa­ren Weg­laß­thor, Heg­ge­dor, He­cken­t­hor oder Hegt­hor. Das Wiegles­dor wur­de in den Reich­s­an­na­len von 808 so­wie in ei­nem Be­richt nach Adam von Bre­men im Jah­re 974 ge­nannt und war ver­mut­lich bis um 1200 in Nut­zung, be­vor es ver­füllt wurde.

Ende Au­gust 2010 wur­de ver­kün­det, dass bei ar­chäo­lo­gi­schen Gra­bun­gen das lan­ge ver­schol­le­ne Wiegles­dor ge­fun­den wur­de. Der Fund­ort deck­te sich mit Ver­mu­tun­gen über die Lage des To­res. Dem vor­aus­ge­gan­gen war, dass 2008 ein ehe­ma­li­ges Café ab­ge­ris­sen wor­den ist, das einst auf dem heu­ti­gen Park­platz des Da­ne­vir­ke Mu­se­ums stand. Bei Gra­bun­gen im Wall hin­ter dem ehe­ma­li­gen Stand­ort des Ca­fés wur­de zu­nächst ein Teil­stück der al­ten Feld­stein­mau­er frei­ge­legt, bis ein etwa 6 Me­ter brei­ter Durch­lass ge­fun­den wur­de. Eine Zoll­sta­ti­on so­wie eine Schän­ke mit Bor­dell sol­len sich da­ne­ben be­fun­den haben.

Weitere Tore im Danewerk

Mitt­ler­wei­le konn­ten ar­chäo­lo­gi­sche Be­fun­de auf­zei­gen, dass das Da­ne­werk nicht nur über ein, son­dern über meh­re­re Tore ver­fügt hatte.

Für den Ko­gra­ben sind zwei Tore be­kannt. Ein Tor wur­de 1936 fest­ge­stellt, als bei Erd­ar­bei­ten auf dem Flug­platz Ja­gel eine 36 m brei­te Lü­cke ohne Spu­ren von Wall und Gra­ben ge­fun­den wur­den. Hier quer­te die Alte Land­stra­ße den Ko­gra­ben und pas­sier­te im wei­te­ren Ver­lauf den Mar­ga­re­then­wall, wes­halb auch dort ein Tor ver­mu­tet wird. Das zwei­te Tor wur­de 1972 öst­lich des Flug­plat­zes wäh­rend des Aus­baus der Au­to­bahn ge­fun­den. Hier quer­te einst ein Feld­weg den Ko­gra­ben. Die Lü­cke ohne Wall­spu­ren im Ko­gra­ben ist an die­ser Stel­le etwa 4 m breit.

Im Os­ter­wall, der vom Och­sen­weg ge­quert wird, be­fin­det sich ein wei­te­res Tor.