Haithabu und seine Gegenwart

In un­mit­tel­ba­rer Nähe des Halb­kreis­wal­les in Had­de­by be­fin­det sich das Wi­kin­ger-Mu­se­um Hait­ha­bu. Dort wer­den seit 1985 die wich­tigs­ten Fun­de aus- und die Ge­schich­te der Sied­lung vor­ge­stellt. Das 1979 und 1980 aus dem Ha­fen­be­cken ge­bor­ge­ne Lang­schiff wird in der Schiffs­hal­le gezeigt.

Ab 2005 wur­den im Halb­kreis­wall von Hait­ha­bu sie­ben Wi­kin­ger­häu­ser an­hand ar­chäo­lo­gi­scher Be­fun­de so­wie Holz­ste­ge, eine Mole, ein be­fes­tig­ter Bach­lauf und Lan­dungs­ste­ge re­kon­stru­iert. Die Ar­bei­ten ge­stal­te­ten sich schwie­rig, da vie­le der im Früh­mit­tel­al­ter üb­li­chen Hand­werks­tech­ni­ken heu­te nicht mehr prak­ti­ziert wer­den. Die Er­öff­nung der Wi­kin­ger­häu­ser fand 2008 statt. Im glei­chen Jahr wur­de auf der Flens­bur­ger Mu­se­ums­werft ein etwa 6,50 m lan­ges Wi­kin­ger-Boot nach­ge­baut, das seit 2009 in Hait­ha­bu an der Lan­de­brü­cke liegt.

Die Stadt­to­re

Im Halb­kreis­wall, der be­geh­bar ist, sind noch die Durch­läs­se er­kenn­bar, die einst als nörd­li­ches bzw. süd­li­ches Stadt­tor ge­nutzt wur­den. Sie be­fan­den sich dort, wo ein al­ter Weg durch die Stadt ver­lief und im Nor­den und Sü­den je­weils den Wall schneidet.

Im West­be­reich ist in etwa noch die ur­sprüng­li­che Höhe der Wall­an­la­ge er­hal­ten, auch der sich vor ihr be­find­li­che Gra­ben ist noch gut er­kenn­bar. Ins­ge­samt ist der Wall heu­te zwi­schen 6 und 11 m hoch und reich­te einst bis zum Had­de­by­er Noor hin­ab, je­doch wur­den sei­ne En­den ab­ge­tra­gen. Etwa auf der Hälf­te des Halb­kreis­walls zweigt der Mar­ga­re­then- bzw. Ver­bin­dungs­wall des Da­ne­werks ab. Von dort kann man zum Bus­dor­fer Ru­nen­stein, dem Skar­t­hestein, wan­dern, die Ent­fer­nung be­trägt etwa 1,3 km.

Be­deu­ten­des Bodendenkmal

Zu­sam­men mit dem Da­ne­werk zählt Hait­ha­bu zu den be­deu­tends­ten Bo­den­denk­mä­lern in Schles­wig-Hol­stein. Is­land be­rei­tet seit 2008 mit Deutsch­land, Dä­ne­mark, Nor­we­gen, Schwe­den und Lett­land ei­nen ge­mein­schaft­li­chen An­trag vor, um un­ter an­de­rem Hait­ha­bu und das Da­ne­werk als be­deu­ten­de Stät­ten der Wi­kin­ger-Kul­tur als UNESCO-Welt­erbe an­er­ken­nen zu las­sen. Im Ja­nu­ar 2011 setz­ten die­se Län­der ihre Bo­den­denk­mä­ler auf die ent­spre­chen­den Vor­schlags­lis­ten. 2018 er­kann­te die UNESCO Hait­ha­bu zu­sam­men mit dem Da­ne­werk als au­ßer­ge­wöhn­li­che Welt­erbe­stät­te an.

Wi­kin­ger Mu­se­um Haithabu
Am Had­de­by­er Noor 5
24866 Busdorf