Ein Zeitgenossenbericht

Ein jü­di­scher Kauf­mann, der un­ter dem ara­bi­schen Na­men Ibra­him ibn Ya’qub al-Tar­tu­schi im Auf­trag des Ka­li­fen von Cor­do­ba reis­te, be­rich­te­te 965 über Hait­ha­bu, die Stadt am an­de­ren Ende des Welt­mee­res hät­te “… we­nig an Ver­mö­gen und Schät­zen zu bie­ten. Die Ein­woh­ner es­sen haupt­säch­lich Fisch, den es reich­lich gibt. Die Men­schen wer­fen ein Neu­ge­bo­re­nes häu­fig lie­ber ins Meer, als es auf­zu­zie­hen.” Er er­klär­te dies da­mit, dass so­mit Kos­ten ge­spart würden.

Er be­rich­te­te wei­ter­hin von ei­ner Kir­che, wo­bei die meis­ten Ein­woh­ner den­noch Si­ri­us ver­eh­ren und zu des­sen Eh­ren aus­schwei­fen­de Ess- und Trink­ge­la­ge ab­hal­ten wür­den. Au­ßer­dem wuss­te er zu be­rich­ten, dass er noch nie “ei­nen so grau­en­vol­len Ge­sang ge­hört” habe, der “wie ein Knur­ren aus ih­ren Keh­len, wie Hun­de­ge­bell, nur noch tie­ri­scher” klinge.

Auf­grund der Ein­sei­tig­keit sind die­se Be­rich­te mit Vor­sicht zu ge­nie­ßen. Sie re­sul­tie­ren ver­mut­lich aus den doch gra­vie­ren­den kul­tu­rel­len Un­ter­schie­den zwi­schen dem Ju­den und der Stadt.

Po­si­tiv äu­ßer­te sich der Kauf­mann hin­ge­gen über ein De­tail, das haupt­säch­lich der weib­li­chen Be­völ­ke­rung zu­kommt: “Sie ha­ben künst­li­che Schmin­ke für die Au­gen. Wenn sie sie auf­tra­gen, ist es nicht zum Nach­teil ih­rer Schön­heit; im Ge­gen­teil, sie wird bei Män­nern wie Frau­en noch betont.”