Künstliche Ruinen um Dresden

Künst­li­che Rui­nen in und um Radebeul:

Ober­halb vom Schloss Jä­ger­berg be­fin­det sich die BLECHBURG, ein Aus­sichts­turm, der heu­te rui­nös ist. Die Blech­burg wur­de um 1844 un­ter dem Wein­händ­ler Au­gust Trau­gott Hant­zsch im go­ti­schen Stil er­rich­tet. Sie dien­te als Un­ter­stell­mög­lich­keit und ver­füg­te über ei­nen Vor­rats- und Ge­rä­te­raum. Der Haupt­raum war über eine Au­ßen­trep­pe zu er­rei­chen. Noch vor der ei­gent­li­chen Aus­sichts­platt­form be­fand sich eine Aus­sichts­bas­ti­on. 1895 er­warb der Na­tur­heil­kund­ler Fried­rich Edu­ard Bilz den Aus­sichts­turm gleich­zei­tig mit dem Schloss Jä­ger­berg, wel­ches sein Kur­haus IV wur­de. Die Blech­burg wur­de da­mit Teil des Park­ge­län­des, das für die Sa­na­to­ri­um­s­be­woh­ner anlge­legt wur­de. 1944 wur­de die Blech­burg von Hit­ler­jun­gen brand­zer­stört. Die Rui­ne des acht­ecki­gen Tur­mes steht heu­te un­ter Denkmalschutz.


KÜNSTLICHE RUINE am Schloss Jä­ger­berg, Ra­de­beul: Die künst­li­che Rui­ne wur­de 1844 zeit­gleich mit der in ih­rer Nach­bar­schaft be­find­li­chen Blech­burg un­ter dem Wein­händ­ler Hant­zsch an­ge­legt. Das Grund­stück wur­de als Eng­li­scher Park ge­stal­tet. Die Rui­ne be­fin­det sich etwa auf hal­ber Höhe.


KÜNSTLICHE RUINE am Her­ren­haus Moh­ren­haus, Ra­de­beul: Die künst­li­che Rui­ne be­fin­det sich im Park­grund­stück des Her­ren­hau­ses Mohrenhaus.


MÄUSETURM am Schloss Löß­nitz, Ra­de­beul: Der Mäu­se­turm in Ra­de­beul wur­de zwi­schen 1837 und 1840 als künst­li­che Rui­ne er­rich­tet. Der da­ma­li­ge Be­sit­zer woll­te den Turm als Be­gräb­nis­stät­te für sich nut­zen. 1995 wur­de der Turm durch Blitz­schlag zer­stört. Er ist der­zeit nicht nur eine künst­li­che, son­dern auch eine ech­te Rui­ne und be­fin­det sich ober­halb von Schloss Lößnitz.


WARTTURM, Am Börn­chen­grund in Wein­böh­la: Der Wart­turm ist eine künst­li­che Rui­ne, die nie eine ech­te Wehr‑, Wart- oder sons­ti­ge be­deu­ten­de Funk­ti­on hat­te. Sie wur­de vom Rit­ter­guts­be­sit­zer Carl Wil­helm Wieß­ner 1900 im mark­gräf­li­chen Jagd­re­vier, der Burg­gra­fen­hei­de, ge­schaf­fen und soll­te über 13 m hoch wer­den. Kurz vor Fer­tig­stel­lung stürz­te der Turm je­doch ein. Ste­hen blieb die etwa 6 m hohe Rui­ne, der Be­sit­zer sah vom Wie­der­auf­bau ab. Die Zin­nen wur­den um 1930 ver­än­dert. Der Wart­turm wur­de 1990 nicht ganz ori­gi­nal­ge­treu sa­niert und ver­fügt über eine Aussichtsplattform.


Künst­li­che Rui­nen in der Säch­si­schen Schweiz:

Die BURGRUINE SCHOMBERG wur­de um 1200 auf dem Schloss­berg in Bad Schandau er­rich­tet. Die Be­fes­ti­gungs­an­la­ge dien­te als Strom- und Stra­ßen­war­te zur Si­che­rung des Wa­ren­ver­kehrs auf der Elbe so­wie den länd­li­chen Han­dels­we­gen zwi­schen Böh­men, der Mark Mei­ßen und der Lau­sitz. Zwi­schen 1419 und 1436 wur­de die Burg zer­stört. Von der eins­ti­gen An­la­ge sind nur noch we­ni­ge Über­res­te vor­han­den, so der dop­pel­te Wall, der Gra­ben und ge­rin­ge Mau­er­res­te. Die heu­te ver­füll­te Zis­ter­ne war vor­mals ge­mau­ert und etwa 8,5 m tief. 1883 wur­de die Be­fes­ti­gungs­an­la­ge als Rui­ne neu ge­schaf­fen und da­bei Mau­er­res­te der ori­gi­na­len Burg in­te­griert. Die An­la­ge dient als Aus­sichts­punkt und steht als früh­ge­schicht­li­ches Bo­den­denk­mal un­ter Schutz.


Das GOSSDORFER RAUBSCHLOSS dient heu­te haupt­säch­lich als Rast­platz. 1372 wur­de die Burg Schwar­zen­berg erst­mals ur­kund­lich er­wähnt. Sie zählt auf­grund ih­rer Lage zum Bur­gen­typ der Fel­sen­bur­gen. Die Burg dien­te als Si­che­rungs­pos­ten für die zu je­ner Zeit durch das Schwarz­bach­tal füh­ren­de Han­dels­stra­ße und der Si­che­rung der bei­den Haupt­bur­gen Wil­den­stein und Hohn­stein. Der Ver­fall der Burg Schwar­zen­berg be­gann ver­mut­lich im frü­hen 15. Jahr­hun­dert. 1443 kam die Burg an Sach­sen. Zu die­ser Zeit dien­te sie Raub­rit­tern als Un­ter­kunft, wor­aus sich letzt­lich der heu­te eher be­kann­te Name Goß­dor­fer Raub­schloss ab­lei­te­te. 1858 ließ der Be­sit­zer des Ulb­ern­dor­fer Rit­ter­gu­tes auf den Fun­da­men­ten der ehe­ma­li­gen Burg eine künst­li­che Rui­ne erbauen.


GERSDORFER RUINE im Cot­taer Busch, Bah­re­tal OT Gers­dorf: Die Gers­dor­fer Rui­ne be­fin­det sich im Cot­taer Busch nörd­lich vom ös­li­chen Orts­rand von Gers­dorf. Sie ist als Wan­der­ziel aus­ge­schil­dert und am bes­ten von Gers­dorf oder Berg­gi­eß­hü­bel kom­mend er­reich­bar. Der oft in Kar­ten ein­ge­zeich­ne­te Aus­sichts­punkt ist mitt­ler­wei­le be­wal­det, ein klei­ner ge­müt­li­cher Pick­nick­platz ist noch vor­han­den. Die künst­li­che Rui­ne wur­de um 1820 durch den Ge­ne­ral­leut­nant von Ley­ßer, wel­cher u. a. das Rit­ter­gut Gers­dorf be­saß, als Jagd­un­ter­kunft er­rich­tet. Die Rui­ne ist durch mut­wil­li­ge Zer­stö­rung stark gefährdet.


KAISER-WILHELM-FESTE, Biel­a­blick, Ro­sen­thal-Biela­tal: Die Kai­ser-Wil­helm-Fes­te ist auch un­ter dem Na­men “Biel­a­blick” be­kannt. Es han­delt sich um ei­nen Aus­sichts­punkt, an dem 1880 eine künst­li­che Fes­te bzw. Bas­ti­on er­rich­tet wur­de. 1992 er­folg­ten an der Bas­ti­on Sanierungsarbeiten.


RUINENTÜRMCHEN in Ro­sen­thal-Biela­tal: Das Türm­chen be­fin­det sich von der Zer­klüf­te­ten Wand (Biel­a­blick) kom­mend in nörd­li­cher Rich­tung. Sie ent­stand, als der nicht un­ver­mö­gen­de Ju­li­us Feß­ler 1887 ein Wald­grund­stück er­wor­ben hat­te und sich dar­auf ei­nen re­prä­sen­ta­ti­ven Al­ters­sitz ein­rich­te­te. Dazu ge­hör­ten Aus­sichts­punk­te, Steig­an­la­gen, Brü­cken, eine heu­te teils ver­fal­le­ne künst­li­che Grot­te und auch die klei­ne künst­li­che Turm-Ruine.